Unsere Vereinsgeschichte

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1887 | Die Zünderle-Kapelle

Die Anfänge des Musikvereins Sulz gehen zurück auf das Jahr 1887. Damals schlossen sich sechs oder sieben Musikanten spontan zu einer Gruppe zusammen – Sulz hatte seine erste Musikkapelle. Danach dauerte es immerhin neun Jahre, bis der zweite Akt der Gründung vollzogen wurde. Dieser verlief ganz offiziell und brachte der Kapelle den vereinsrechtlichen Rahmen. Als Gründer der Musikkapelle Sulz wird in allen Chroniken Eduard Herzog ("Zünderle") genannt. Maßgeblich an der Gründung beteiligt soll jedoch auch ein weiteres Sulzer Original "Z'schepp" Trahasch gewesen sein. Während viele Dorfbewohner die neugegründete Kapelle anfangs skeptisch beäugten, war diese Zurückhaltung nicht von langer Dauer. Die Kapelle, in der manche anfangs nicht mehr als das Produkt einer Bierlaune sahen, war aus dem dörflichen Leben nicht mehr wegzudenken. Offensichtlich war auch ein ständiger Mitgliederzulauf zu verzeichnen.

Die Zünderle-Kapelle, Gründung des Musikvereins Sulz e.V. Die Zünderle-Kapelle von links: Felix Fleig, Wolfgang Stippich, Franz Trahasch, Franz-Anton Fleig, Eduard Herzog und Karl Schwende

1896 | Vereinsgründung

Am 26. Januar 1896 war es schließlich nicht mehr vermeidbar: Die "Zünderle-Kapelle" erlebte ihre zweite Geburt mit der Gründung des "Musikverein Sulz". An der Spitze des hochkarätig besetzten Vorstands saß Bürgermeister Josef Kopp, ab 1898 übernahm Oberlehrer Glunz. Die folgenden zwei Jahrzehnte gestaltete als "musikalischer Schrittmacher" vor allem einer: Friedrich Kornmeier. Er war nicht nur Dirigent, sondern gleichzeitig auch der Pädagoge des Musikvereins. In seinem Zeichen steht nicht nur ein knappes Fünftel der Vereinsgeschichte - mit Kornmeiers Arbeit hatten musikalisches Niveau, Ehrgeiz und Disziplin Einzug gehalten. 

1914 | Erster Weltkrieg

Mit Beginn des Ersten Weltkriegs brach auch die Kapelle auseinander. Aber trotz der erzwungenen fünfjährigen Unterbrechung, trotz der Lücken, der der Soldatentod in die Reihen der Aktiven riss, trotz der harten Lebensbedingungen der Nachkriegszeit, die Musik war wieder da. Nach dem Krieg übernahm ein Dirigent den Stab, der der Musikkapelle über das musikalische Profil hinaus inneren Halt gab: Landolin Wilhelm. 1935 übernahm er die Leitung. 

1939 | Zweiter Weltkrieg

Doch mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde die Vereinsarbeit weitere sechs Jahre zwangsweise auf Eis gelegt. Pauken und Trompeten wurden durch Kanonenschläge und Sirenen abgelöst. Doch noch während Landolin Wilhelm auf die Rückkehr aus der Gefangenschaft wartete, fing man in Sulz unter Leonhard Rieder mit dem Aufbau an. Die Proben wurden wieder aufgenommen, bereits 1946 war die Musikkapelle wieder im Einsatz. 27 Jahre lang leitete Karl Schaaf die Geschicke des Vereins als Vorsitzender.

1958 | Karl Rombach

Zehn Jahre lang dirigierte Heinrich Krüger den Musikverein Sulz. Mit dem früheren Militärkapellmeister erlebte die Kapelle einen deutlichen Aufschwung. Sein musikalischer Ehrgeiz trug den Sulzern zahlreiche Preise und einen guten Ruf ein. 1958 übernahm Berufsmusiker Karl Rombach das Dirigat. Unter ihm lernten viele Zöglinge, die zwischen 1958 und 1979 in den Musikverein eintraten. Beim 60-jährigen Jubiläum des Musikvereins Kippenheim ging der MV Sulz als "beste Kapelle des Tages" hervor. Erstmals begann der Verein auch mit Altpapiersammlungen, um die finanziellen Mittel aufzubessern. Zehn Jahre lang begleidete zu diesem Zeitpunkt Franz Eichhorn den Posten des 1. Vorsitzenden.

1979 | Generationenwechsel  

Mit Ossy Fahrner vollzog sich schließlich ein Generationenwechsel. Nicht nur das Alter unterschied die beiden Dirigenten – Fahrner war mit 26 Jahren wohl der jüngste Dirigent – sondern auch das musikalische Konzept. Fahrner unternahm den Versuch, die traditionelle Blasmusik mit dem Musikgeschmack der damaligen Zeit zu verbinden. So stießen zu Märschen und Polkas schließlich auch moderne Musikrichtungen wie Swing, Blues und Musicals. Außerdem etablierte sich in seiner Zeit eine Jugendkapelle mit rund 20 Mitgliedern. Im 100. Jubiläumsjahr spielten 68 Musiker und Musikerinnen in der Hauptkapelle. Und noch etwas änderte sich: Mehr als 80 Jahre lang war der Musikverein reine Männersache. Seit den 70er-Jahren durften auch Frauen mitspielen. Prägend für diese Zeit war auch die Vorstandsarbeit unter dem Vorsitzenden Walter Feitsch. Er führte die Musiker und Musikerinnen immer wieder zu Konzertreisen ins Ausland. Und auch ein Garderobenwechsel stand 1976 an. Seither wurden die Musiker und Musikerinnen mit braunem Livrée und dunkelgrüner Jacke ausgestattet. 1989 gab Fahrner den Dirigentenstab ab. 

100-jähriges Jubiläum des Musikvereins Sulz e.V. 100-jähriges Jubiläum des Musikvereins Sulz e.V.

1989 | Unruhige Zeiten

Alfred Wohlhüter übernahm die kommenden neun Jahre das Dirigat des Musikvereins, 1995 übernahm der gefragte Dirigent Ferenc Geiger. Leider dirigierte er den Verein nur für eine Sommersaison. Auf Geiger folgte Frank Hertweck aus Friesenheim. Hertweck führte in der Jugendausbildung auch den Einzelunterricht ein. Der erhoffte Erfolg blieb aus, denn die Ausbildung war für den Verein deutlich teurer geworden. Nach Spannungen trennte sich der Vorstand schließlich 1999 von Hertweck. Die musikalische Leitung übernahm daraufhin für weitere zwei Jahre Volker Schmidt. 

2001 | Eine Frau an der Spitze

Sven Bitterer, der damals den Dirigentenlehrgang absolvierte, erklärte sich in dieser Notsituation bereit, beim bevorstehenden Jahreskonzert zu dirigieren. Auf eine anschließende Ausschreibung meldete sich schließlich Karin Herr aus Altenheim. Sie erwies sich als Glücksfall für den Verein. Nach längerer Pause rief sie wieder ein Jugendorchester ins Leben und konnte auch pausierende ehemalige Musiker und Musikerinnen zurückgewinnen. Fünf Jahre war sie die Frau an der Spitze des Musikvereins. Auf Karin Herr folgte schließlich Matthias Rosa aus Goldscheuer, der die Kapelle bis 2011 leitete. 

Musikverein Sulz e.V. in grün-brauner Uniform Unter Matthias Rosa (rechts im Bild) spielte der Musikverein Sulz e.V. in der grün-braunen Uniform
Musikverein Sulz e.V. mit Oldtimern Seit einigen Jahren spielen Oldtimer eine wichtige Rolle beim Maifest des Musikvereins. In den vergangenen Jahren wurden es immer mehr "alte Schätzchen" und deren Fahrer, die sich am 1. Mai in Sulz trafen

2017 | 130-jähriges Bestehen und neue Uniform

Zum 130. Jubiläum im Jahr 2017 gönnte sich der Verein ein neues Aussehen. Künftig sind die Uniformen weinrot (Weste) und petrolblau (Jacke). Die Uniformen wurden in Schweighausen gefertigt. Zu den Höhepunkten des Jubiläumsjahrs gehörte außerdem ein Kirchenkonzert in der katholischen Kirche St. Peter und Paul, bei dem die Musikkapelle auch ehemalige Musiker und Musikerinnen zum Mitspielen eingeladen hatte. Rund 70 Musiker und Musikerinnen begeisterten an diesem Abend die vollbesetzte Kirche. Im Sommer folgte ein erfolgreiches Open-Air-Konzert auf dem Gelände des Männergesangsvereins.

Musikverein Sulz e.V. mit neuer Uniform beim Festumzug des Ottenheimer Musikvereins Einer der ersten Auftritte, bei denen die neue Uniform präsentiert wurde, war der Festumzug des Ottenheimer Musikvereins
Kirchenkonzert zum 130. Jubiläum des Musikvereins Sulz in der katholischen Kirche in Sulz Beim Kirchenkonzert zum 130. Jubiläum waren nicht nur die Zuschauerreihen voll, sondern auch der Chorraum der katholischen Kirche in Sulz
Stammmusiker und Ehemalige des Musikvereins Sulz e.V. An vier Sonntagsproben musizierten Stammmusiker und Ehemalige, um sich auf das Kirchenkonzert vorzubereiten
Stammmusiker und Ehemalige des Musikvereins Sulz e.V. Das Konzert war ein voller Erfolg und einige Ehemalige entschlossen sich, wieder zu Aktiven zu werden

2020 | Das Dorfjubiläums- und Corona-Jahr

Zum Sulzer Dorfjubiläum 2020 stellte eine Theatergruppe das Leben von Eduard Herzog, dem "Zünderle" in einer Aufführung nach. Regie führte Christopher Kern aus Friesenheim-Oberweier. Der Auftritt wurde aufgrund der Corona-Pandemie ins Frühjahr 2022 verschoben. Die Pandemie riss auch den Musikverein aus der Routine. So konnten im Frühjahr weder Unterricht noch Proben stattfinden. Auch das Frühjahrskonzert fiel eine Woche nach dem Probewochenende der Pandemie zum Opfer. Im Sommer konnten die Musiker und Musikerinnen unter freiem Himmel proben und stellten ein ganz besonderes Open-Air-Konzert im Juli auf die Beine. Während der Einzelunterricht unter strengen Auflagen fortgeführt werden kann, müssen seit Herbst die Proben wieder ausfallen.

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Quellen:

Möllmann, Gerd: "Aus der Geschichte des Musikvereins", erschienen im Jubiläumsheft zum 100-jährigen Bestehen. 

"125 Jahre sind seit der Gründung des Musikvereins Sulz vergangen...", Jubiläumsausgabe zum 125-jährigen Bestehen.

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